Ortsname Worfelden
Von Dr. Daniel Kroiß
Worfelden wird erstmals 1211 im sogenannten Oculus Memorie als wormuelden erwähnt (HHStAW Best. 22 Nr. 435, fol. 101r). Wie in mittelalterlichen Handschriften üblich, ist u hier als v (= f) zu lesen. In einem 1227 oder 1228 entstandenen Nachtrag in derselben Handschrift wird zudem zweimal ein Cunradus de Wormvelden (Konrad von Worfelden) erwähnt (fol. 104r, 104v).
Weitere Belege aus dem 13. Jahrhundert schwanken noch zwischen den Formen Wormvelden (zweimal auch abweichend Wornvelden) und Worvelden, so bereits bei einem Heinricus de woruelde in einer Urkunde von 1225 (HStAD Best. A1 Nr. 71/3).
Die Form ohne m ist die jüngere und weist Vereinfachung der Dreierkonsonanz rmf zu rf auf. Zuletzt erscheint der Ortsname mit m 1305 als Wormveldi(n) (HStAM Urk. 54 Nr. 68), danach ist der Nasallaut zwischen r und f endgültig geschwunden.
Dem Ortsnamen liegt im Erstglied mittelhochdeutsch wurm ‘Wurm, Schlange, Insekt’ zugrunde, das im rheinfränkischen Dialektraum mit Senkung u zu o als worm erscheint. Das Zweitglied -felden weist auf einen einstigen Flurnamen hin.
Der Ortsname ließe sich auf der Grundlage der historischen Belege entsprechend so deuten, dass im einstigen Waldgebiet östlich von Groß-Gerau ein Feld angelegt wurde, auf dem (in der Anfangszeit nach der Rodung) möglicherweise auffallend viele Würmer oder Nattern zu finden waren (zur Besiedlungsgeschichte siehe auch Worfelden im Mittelalter). Der Name dieses Feldes ging schließlich auf die für seine Bewirtschaftung entstehende Siedlung, das heutige Worfelden, über.
Zur Erläuterung des Ortsnamens siehe ausführlich Heimatbrief 94 (2025), S. 4–7.

